Elastischer Taillenbund

 

Bisher war der elastische Taillenbund Bauchgrößen, Pyjamahose, Berufs- und Kinderbekleidung vorbehalten. Ein Gummizug in der Taille wird auch in der Sportswear einem Reißverschluss vorgezogen. Jetzt hat die Mode diesen Trend aufgenommen und zeigt Schlupfformen mit dehnbaren Bundkonstruktionen. Für Flugreisen oder lange Autofahrten sind diese Modelle perfekt geeignet.

 

Abgesteppter Taillengummi

Die abgesteppte Verarbeitungsmethode kann durchgehend oder nur stückweise angewendet werden. Das Gummiband wird an folgendem Rockmodell nur vorne verwendet, hinten wird der Rock mit einem Besatz verstürzt.

Damit sich der Gummi durch das Absteppen nicht ausweitet, empfiehlt es sich, bei dieser Technik einen starken, harten Gummi zu verwenden. Bei dieser Verarbeitungsmethode gilt: Ist der Gummi einmal eingenäht, muss die Weite stimmen, da sie im nachhinein nicht mehr reguliert werden kann.

 

Vorbereiten

Im Rockvorderteil zweimal ca. 3 cm Weite einlaufend zum Saum einschieben. Taille im Vorderteil gerade einzeichnen, 6 cm für Gummitunnel-Besatz anzeichnen. SN parallel 1 cm in das Vorderteil verschieben und ohne Hüftschweifung einzeichnen. Das Rückenteil zieht nach vorne, so dass die Seitennahttasche wie eine schräge Schlupftasche aussieht.
Besatz Rückenteil 6 cm.
Taschenbeutel einzeichnen.

 

Zuschnitt

HM, SN 2 cm Nahtzugabe, Saum 4 cm, Taille 1 cm.

 

Fixieren

1

Tascheneingriff und Taille hinten mit einem Nahtband sichern.
Besatz und Schlitz kleben (Bild 1).

 

Verarbeitung

2

Am Bund vorne den Ein- und Umschlag mit Hilfe einer 6 cm breiten Schablone bügeln (Bild 2).

 

3

Hintere Mitte und Abnäher steppen, nach Wunsch absteppen. Taille am hinteren Rockteil mit Besatz verstürzen. Seitennähte bei 2 cm steppen. Taschenöffnung mit dem größten Stich zunähen
(Bild 3).

 

4

Taschenbeutel außer oben overlocken. 1. Taschenbeutel vorne Kante an Kante an die Nahtzugabe des Vorderteiles stecken und unmittelbar neben dem Seitennahtstepp mit dem Reißverschlussfuß annähen, nach vorne bügeln. 2. Taschenbeutel hinten Kante an Kante an die Nahtzugabe des hinteren Rockteiles stecken, der overlockte Taschenbeutel sollte genau auf dem 1. Taschenbeutel liegen. 2. Taschenbeutel ebenfalls mit dem Reißverschlussfuß unmittelbar neben dem Seitennahtstepp annähen (Bild 4).

 

5

Tasche bügeln, flach zusammenstecken und den Taschenbeutel zwei Mal zusammennähen (Bild 5).

 

6

Je nach Wunsch Tascheneingriff und Seitennaht absteppen.
Tunnel vorne für den Gummi mit dem größten Stich und evtl. einer Kontrastfarbe kantig absteppen.
Einen kräftigen Gummi einziehen und den Rock anprobieren. Bedenken, dass der Rock gut sitzen darf, da er durch das Absteppen des Gummis eher etwas ausweitet. Den Gummi an der Seitennaht mit einem Rillenstepp fixieren (Bild 6).

 

7

Den vorderen Bund unter der Maschine flach ziehen und mehrmals absteppen (Bild 7).

 

8

Saum absteppen (Bild 8).

 

 

 

 

Taillengummi im Tunnel

Diese Taillenverarbeitung eignet sich für Modelle, denen man nicht ansehen soll, dass sich in der Taille ein Gummiband befindet. Das heißt, diese Variante dient vor allem der Bequemlichkeit. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass die Gummiweite problemlos enger oder weiter gemacht werden kann.

 

Vorbereiten

Etuirock konstruieren. HM Reißverschluss und verdeckten Schlitz einzeichnen.

 

Zuschnitt

SN 2 cm Nahtzugabe, HM Reißverschluss und Schlitz 5 cm, Saum 5 cm, Taille 1 cm, Bund Taillenweite mal Gummibreite plus Untertritt plus je 1 cm.

 

Bezeichnen

Reißverschluss, Taille, Schlitz

 

Verarbeitung

1

Rock und Futter nähen. Taillentunnel mit Hilfe einer 3 cm-Schablone bügeln (je nach Gummibreite).
Taillentunnel mit den korrekt ausgemessenen Weiten an den Rock nähen. Den Übertritt bündig umbügeln (Bild 1).

 

2

3 cm Untertritt ebenfalls umbügeln. Untertritt als Tunnel verstürzen (Bild 2).

 

3

Über- und Untertritt-Einschlag auslaufend auf ca. 5 cm stecken (Bild 3). Von der rechten Seite in der Rille heften.

 

4

Rockaufhänger in der Seitennaht platzieren, mit der Maschine fixieren. Futter Kante an Kante an den Taillentunnel stecken. Gleichmäßig neben der HM Futterüberweite in einem kleinen Fältchen feststecken (Bild 4).

 

5

Mit Hilfe des Reißverschlussfußes das Futter direkt neben dem Heftfaden an den Taillentunnel annähen (Bild 5). Futter gegen die Naht bügeln.

 

6

Anschließend den Taillentunnel von rechts in der Rille absteppen. Zuvor den Heftfaden mit dem Pfriem lösen, damit er nicht festgesteppt wird (Bild 6).

 

7

Das Gummiband für die Anprobe berechnen: Taillenweite minus 10 %, plus je 1 cm Nahtzugabe, plus 3 cm Untertritt. Gummi mit einer Sicherheitsnadel in den Taillentunnel ziehen. An den Enden 1 cm stehen lassen. Rock anprobieren. Den Unter- und Übertritt bei 5 mm absteppen. Den übrig gebliebenen Gummi etwas herausziehen und mit der Schere zurückschneiden (Bild 7).

 

8

Taillentunnel von Hand zusammennähen. Den Untertritt flach stecken und ein zweites Mal auf Höhe des Reißverschlusses absteppen.
An der HM einen Rockhaken und einen Druckknopf von Hand mit Knopflochstichen und doppeltem Faden oder Cordonnet annähen (Bild 8).

 

Taillengummi mit Cover-Absteppung

Die Taillenverarbeitung mit einer Cover-Absteppung eignet sich für sportlich legere Bekleidung. Der zu verarbeitende Jersey sollte nicht zu dick sein, da sonst die Probleme mit der Cover-Absteppung vorprogrammiert sind. Falls der Jersey etwas fester ist, empfiehlt es sich, auf den Einschlag (Bild 4) zu verzichten. Das Gummiband bündig an den Overlock zickzacken und nur mit einem Umschlag weiter verarbeiten. Zu bedenken gilt: Ist das Gummiband einmal eingenäht, muss die Weite stimmen, da sie im Nachhinein nicht mehr reguliert werden kann.

 

Zuschnitt

Hose mit angeschnittener doppelter Bundbreite plus 1 cm Nahtzugabe.

 

Verarbeitung

 

1

Die Nähte dieser Hose werden sichtbar auf die rechte Seite verarbeitet. Beim Overlocken wird als Spezialeffekt ein transparentes Gummiband mitgesteppt (Bild 1). Anschließend die Overlock-Gumminaht kantig heruntersteppen.

 

2

Als Richtlinie für die Weite des Gummis gilt: Taillenweite minus 10 %. Natürlich variiert diese Berechnung mit der Elastizität des Gummis und des Komfortgefühls der Kundin. Zu bedenken gilt, dass sich der Gummi durch das absteppen mit der Maschine etwas ausweitet. Den Gummi auf die gewünschte Weite übereinanderlegen, stecken und mit der Nähmaschine mehrmals absteppen (Bild 2).

 

Cover-Absteppung

Bei dieser Verarbeitung wird das Gummiband am Schluss mit dem Cover-Stich abgesteppt. Der Coverstich ist bei fast allen T-Shirt-Säumen zu finden. Es handelt sich um einen Stich, der auf der Vorderseite wie 2 Nähte parallel zueinander und auf der Rückseite ähnlich wie ein Zickzack-Stich aussieht. Coverstich kann nur mit der Covermaschine oder mit einer kombinierten Overlock-Covermaschine genäht werden. Wer keine Covermaschine hat verwendet für diesen dehnbaren Stich eine Zwillingsnadel. Es ist allerdings immer etwas schwierig eine gute Fadenspannung einzustellen.

 

3

Den Bund overlocken (Bild 3). Mit der Sublimierkreide die 1 cm Nahtzugabe auf der linken Seite markieren.

 

4

Die Hose sowie den Gummi vierteln. Alle Viertel des Gummis auf die Viertel der Hose stecken. Mit Hilfe der „dritten Hand“ den Gummi auf der linken Seite befestigen. Mit der einen Hand ziehen und mit der anderen Hand den Gummi auf die Nahtzugabe der Hose stecken (Bild 4).

 

5

Damit die Taille dehnbar bleibt, den Gummi mit einem Zickzack-Stich oder mit dem größten Stich auf die Bundnahtzugabe nähen. Diesen Stich am Schluss wieder lösen (Bild 5).

 

6

Den Bund ein- und umschlagen, mit dem größten Stich – evtl. in einer Kontrastfarbe – bei 2 mm absteppen (Bild 6).

 

7

Von der rechten Seite den Gummibund mit der Cover kantig absteppen. Zur Orientierung dient der Kontraststepp, der am Schluss entfernt wird (Bild 7).

 

8

Fertige Schlupfhose (Bild 8).

 

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