Schnürungen

Schnürungen haben sich zum Fashionelement mit höchst individueller Ausdruckskraft gemausert. Mit ihrer Hilfe können alle Inspirationen unkompliziert umgesetzt werden: interessante Grenzformen zwischen erotischer Korsage und praktischem Verschluss.

 

 

Geschnürte Gürtelkorsage

Diese Art von Schnürung kann an einer Korsage oder an einem Gürtel angewendet werden. Die Ösen befinden sich zwischen zwei Spiralstäben, somit hat der Gürtel einen guten Halt.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Ösen. Die 4-mm-Ösen funktionieren mit einer Öse ohne Scheibe. Ab 5 mm werden die Ösen mit Scheiben angeboten. Die 4-mm-Ösen können auf der Haut kratzen oder den darunter liegenden Stoff verletzen. Wenn der Verschluss ohne Untertritt ist, empfiehlt es sich, die Ösen mit den Scheiben zu verwenden.

 

Zuschnitt

1

Schnüreinsatz: 22 cm hoch, 5 cm breit im Bruch mit je 1 cm Nahtzugabe.
Strickbund-Stoff: doppelte Gürtelhöhe 44 cm plus 1 cm Nahtzugabe.
Gürtelweite aus Stickbund-Stoff: gemessene Taillenweite minus 10–15 % (ausprobieren), minus 2 ( 5 cm Schnüreinsatz, plus je 1 cm Nahtzugabe (Bild 1).
Kartonschablone 5 cm breit.

 

Fixieren

Schnüreinsatz

 

Verarbeitung

2

Mit Hilfe der 5 cm breiten Schablone den Schnüreinsatz unten 1 cm umbügeln. Der Schnüreinsatz darf unten nicht verstürzt werden, da am Schluss noch die Spiralstäbe eingeschoben werden.
1 cm Einschlag längs um die Schablone bügeln (Bild 2).
Schablone mit Stoff umkippen und Bruchkante bügeln.

 

3

Schablone in die zweite Seite stecken und den zweiten Einschlag bügeln (Bild 3).
Strickbund-Stoff rechts auf rechts stecken und mit der 4-Faden-Overlock zusammennähen.
Den Strickbund verstürzen und die Overlock-Naht in die Kante bügeln. Oben den Bruch bügeln.

 

4

Schnüreinsatz aufklappen und Kante an Kante an den Strickbund stecken. Oben 1 cm stehen lassen, unten bündig mit dem gebügelten Einschlag anstecken. In der Bruchkante bei 1 cm nähen (Bild 4).

 

5

Oben den Schnüreinsatz bei 1 cm verstürzen, dabei die Nahtzugaben nicht mitsteppen (Bild 5).

 

6

Schnüreinsatz bügeln und auf der linken Seite mit Querstecknadeln den Einschlag fixieren (Bild 6).

 

7

Nun von der rechten Seite den Schnüreinsatz absteppen. Als erstes den Schnüreinsatz kantig außer unten absteppen. Breite der Spiralstäbe messen und den ersten Tunnel parallel zur Bruchkante steppen. Anschließend für die Ösen in 1 cm Abstand eine zweite Abstepplinie nähen. Als letztes noch einmal die selbe Breite für den zweiten Spiralstab absteppen (Bild 7).

 

8

Die Abstände der Ösen mit dem Trickmarker einzeichnen.
Mit der Lochzange die Löcher einknipsen. Die Löcher sollten eher knapp bemessen sein, damit die Ösen nicht ausreißen. Schließlich die Ösen mit der Ösenzange eindrücken (Bild 8).

 

9

Die Spiralstäbe auf die Höhe des Gürtels minus 1 cm abknipsen. Mit Hilfe von zwei kleinen Zangen die Kappen auf die Spiralstäbe stecken und gut zusammendrücken, damit sie beim Einschieben nicht verloren gehen. Die Spiralstäbe einschieben und den Schnüreinsatz unten kantig zusteppen.
Den fertigen Gürtel mit einem Leder- oder Satinband schnüren (Bild 9).

 

 

Schnürung mit Metallringen

Die Schnürung mit Metallringen ist als besonderes Detail von Kleidungsstücken gedacht. Die Form des Kleidungsstückes geht von den Nähten aus, nicht von der Schnürung. Das Zwischenteil kann im Saumbereich einer Hose, in die Seite eines Oberteiles eingearbeitet oder als Patte auf der Achsel verwendet werden.

 

Zuschnitt

Teile zuschneiden.
Zwischenteil im Beispiel 6 cm breit plus Nahtzugabe.

 

Fixieren

Längen des Zwischenteiles mit einem 2 cm breiten Kantenband verstärken.

 

Vorbereiten

Um die Metallringe zu fixieren, kurze Bänder mit dem Rollmesser zuschneiden. Berechnung der Bänderlänge: 1,5 cm für die Metallringe plus 2 x Nahtzugabe.

 

Bezeichnen

1

Auf der rechten Seite des Zwischenteiles alle 3 cm Querzeichen mit der Sublimierkreide oder dem Trickmarker einzeichnen (Bild 1).

 

Verarbeitung

2

Direkt an der Nähmaschine die kurzen Bänder in die Metallringe legen. Mit der Nähmaschine die Metallringe auf die Querzeichen steppen (Bild 2).

 

3

Zwischenteil einsetzen, Naht steppen und overlocken (Bild 3).

 

4

Teile auf eine Seite bügeln und kantig absteppen (Bild 4).

 

 

Schnürung aus Jersey

Die Schnürung aus Jersey macht aus jedem simplen T-Shirt ein raffiniertes Oberteil. Die Riegel und das Schnürband werden aus demselben Material wie das T-Shirt hergestellt. Bei folgendem Beispiel wird die Schnürung auf den Rücken eines ärmellosen T-Shirts platziert. Es gibt unzählige Varianten wie diese Schnürung eingesetzt werden kann: am Oberarm, in der Seitennaht, auf der Achsel.

 

Zuschnitt

1

Rückenteil und Koller mit je 1 cm Naht mit dem Rollemesser und dem Geodreieck zuschneiden. (Achtung: die Schnürung wird schlussendlich eine Breite von 2 cm haben, darum den Koller und den Rücken 1 cm kürzen.)
Zwei Besätze mit einer Breite von 4 cm zuschneiden.
Für die 6 mm breiten Riegel und das Schnürband lange Jerseystreifen in der entsprechenden Breite des Einfassgerätes zuschneiden (Bild 1).

 

Verarbeitung

2

Zuerst die Bänder wie ein Einfass verarbeiten. Ideal ist dazu ein Einfassgerät, das sich direkt an die Nähmaschine montieren lässt. Damit kann der Einfass in einem Schritt gefaltet und abgesteppt werden.
Eine Alternative bietet der Schrägbandformer. Für diese Verarbeitung bügelt man im ersten Schritt den Einfass, im zweiten Schritt wird er kantig abgesteppt (Bild 2).

 

3

Das fertige Einfassband mit Rollmesser und Geodreieck in 4 cm lange Riegel schneiden.
Die Riegel direkt unter der Maschine, Kante an Kante, an den Koller und das Rückenteil nähen. Auf beiden Teilen müssen gleich viele Riegel platziert werden (Bild 3).

 

4

Den Besatz auf die Riegel stecken und mit der 4-Faden-Overlock den Koller und das Rückenteil verstürzen (Bild 4).

 

5

Die Overlocknaht zum Besatz bügeln und auf dem Besatz kantig absteppen, damit der Besatz besser nach oben und unten hält (Bild 5).
Die Besätze am Armloch ebenfalls nach oben und unten fixieren.

 

6

Mit dem langen Einfassband den Rücken zusammenschnüren. Entweder das Ende binden oder die Enden innen mit der Nähmaschine fixieren (Bild 6). Die Armlöcher einfassen.

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